<
>
Anstand in Aktion

Joe Biden beleidigt Reporter: „Was für ein dummer Hurensohn“

25.01.2022

| Lesedauer: 2 Minuten
Joe Biden inszenierte sich stets als das moralisch erhabene, anständige Gegenstück zu Trump. Doch Trump wurde für weitaus harmlosere Angriffe auf Reporter vom linken Lager zur Bedrohung für die Pressefreiheit erklärt. Der Fox-News-Reporter nimmt es hingegen mit Humor.

Als US-Präsident Joe Biden auf einer Pressekonferenz am Montag Nachmittag vom Journalisten Peter Doocy gefragt wurde, ob die aktuelle Inflation „eine politische Belastung in den Zwischenwahlen darstellt“, murmelte er, unwissend, dass das Mikrofon noch an war: „Nein, es ist ein großer Vorteil. Mehr Inflation! Was für ein dummer Hurensohn.“

Hier klicken, um den Inhalt von X anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von X.

Die Inflation ist in den USA auf einem fast 40-Jahreshoch – kein Wunder, dass das ein unbequemes Thema für den Präsidenten ist. Deutsche Medien wie der Spiegel merkten dabei schnell an, dass Doocy ja für den „früher höchst Trump-treuen Fernsehsender Fox News“ arbeite und dafür bekannt sei „den Präsidenten und dessen Sprecherin Jen Psaki regelmäßig mit unbequemen Fragen zu konfrontieren.“ Doocy ist also einer von den Bösen?

Hier klicken, um den Inhalt von X anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von X.

Bemerkenswert ist die rausgerutschte Beleidigung gerade für Biden, weil er sonst immer eine so große Sache daraus macht, wie staatsmännisch und anständig er sich – im Gegensatz zu seinem Vorgänger – verhalte. Im Wahlkampf sagte er einst: „Ich werde eine Beziehung zur unabhängigen Presse wiederherstellen, die auf gegenseitigem Respekt beruht, auch – und insbesondere dann, wenn sie die Politik oder Positionen meiner Regierung kritisiert. In einem Biden Weißen Haus wird es kein Mobbing der Medien vom Podium des Presseraums oder per Tweet geben.“ 

Doocy nahm das Ganze mit Humor. In der Fox-News-Show „The Five“ sagte der Host Jesse Watters scherzhaft zu ihm: „Also Doocy, ich denke, der Präsident hat recht. Du bist ein dummer S.O.B.“ Woraufhin der nur lachend antwortete: „Ja, niemand hat einen Faktencheck gemacht und gesagt, dass es nicht stimmt.“

Hier klicken, um den Inhalt von X anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von X.

Und das ist der andere Aspekt, der hervorsticht. Doocy findet die Situation offensichtlich recht lustig und nimmt sich nicht zu ernst – auch wenn er seinen Job macht und dem Präsidenten tatsächlich unbequeme Fragen stellt. Wäre Ähnliches einem CNN-Reporter in der Trump-Zeit passiert, wären jetzt wohl die Schlagzeilen mal wieder gefüllt mit einer „brutalen Attacke auf die Pressefreiheit“. Der fragliche Reporter würde sich wohl zum Opfer und Helden stilisieren und gleich den nächsten Buchvertrag an Land ziehen. Paradebeispiel dafür war CNN-Korrespondent Jim Acosta, den Trump mal eine „unhöfliche, schreckliche Person“ nannte und ihm die Verbreitung von Fake News vorwarf – CNN reagierte damals umgehend mit einem Statement, in dem es hieß: „Die anhaltenden Angriffe dieses Präsidenten auf die Presse sind zu weit gegangen. […] Sie sind nicht nur gefährlich, sie sind beunruhigend unamerikanisch.“

[advertisement-block provider=“Heft“ location=“posts“]

Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus

Ihre Unterstützung hilft uns, weiterhin kritisch zu berichten.

Einmalig unterstützen

Monatlich unterstützen

Jährlich unterstützen

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken